Zahlen und Ergebnisse zum Kontrollsystem

GQ-Bayern

Alle Teilnehmer am Programm “Geprüfte Qualität-Bayern”, also Landwirte/Gärtner, sowie Hersteller, Abpacker und Händler von Lebensmitteln werden in regelmäßigen Abständen hinsichtlich der Einhaltung der Programmvorgaben kontrolliert. Wie die Ergebnisse dieser externen Kontrollen ausgefallen sind, können Sie hier nachlesen.

Seit dem Programmstart im Jahre 2002 bis Ende 2015 wurden über 107.000 Erst- und Folgekontrollen auf Erzeugerbetrieben durchgeführt, bei Unternehmen der Be- und Verarbeitung (z.B. Abpackbetriebe, Mühlen, Handel, Direktvermarkter) waren es über 1.500 Kontrollen.
Desweiteren gab es bisher rund 9.700 untersuchte Proben bei Lebensmitteln knapp 80.000 untersuchte Proben bei Futtermitteln.

Kontrollzahlen auf Erzeugerstufe

Seit dem Programmstart im Jahr 2002 bis Ende 2015 wurden auf rund 34.500 Erzeugerbetrieben über 107.000 externe Kontrollen zur Zertifizierung nach Geprüfte Qualität – Bayern von unabhängigen Zertifizierungsstellen durchgeführt.

Die meisten Kontrollen erfolgten im Produktbereich Rinder und Rindfleisch, über 29.000 Erzeugerbetriebe wurden bislang hier für Erstzertifizierungen kontrolliert. Bei 27.600 landwirtschaftlichen Betrieben (94,3 %) verliefen diese Erstkontrollen ohne systemrelevante Beanstandungen, so dass diese Betriebe als GQ-Bayern-Lieferanten zertifiziert werden konnten. 1.680 Betriebe (5,7 %) bestanden die externen Kontrollen nicht und wurden aus dem Programm ausgeschlossen oder schieden freiwillig aus.
Im Rahmen der Folgezertifizierungen wurden inzwischen knapp 66.000 rinderhaltende Betriebe überprüft, davon 64.500 (97,7 %) ohne systembedingte Beanstandungen. In den Folgezertifizierungen wurden 1.500 Betriebe nicht mehr zugelassen. Aufgrund der zusätzlichen 2.800 Stichprobenkontrollen wurden 95 Betriebe aus dem Programm ausgeschlossen bzw. erst nach Behebung der Mängel wieder zu gelassen.
Gründe für Beanstandungen, die zu Nachbesserungen bzw. dem Programmausschluss führten, waren im Wesentlichen das Fehlen obligatorischer Dokumente, die Ausbringung von Klärschlamm, die mangelhafte Kennzeichnung der Tiere oder Verstöße gegen geltende Tierschutzvorschriften.

Im Produktbereich Schweine und Schweinefleisch wurden bisher 2.200 Erstzertifizierungen ohne Beanstandung durchgeführt. 36 Betriebe (1,6 %) bestanden die externen Kontrollen nicht und wurden aus dem Programm ausgeschlossen.
Im Rahmen einer „Einstiegsregelung“ werden die speziellen Anforderungen von Geprüfte Qualität – Bayern in Kombination und folglich im Rhythmus mit dem Prüsystem der QS GmbH kontrolliert und zertifiziert. Dies verringert die Kosten und den Aufwand für die beteiligten Landwirte. Alle Schweinemasterzeuger, die an der Einstiegsregelung teilnehmen wollen müssen aber bereits für das QS Prüfsystem zertifiziert sein, zusätzliche Eigenkontroll-Checklisten sowie entsprechende Teilnahme- und Verpflichtungserklärungen vorlegen.

In den Geflügel-Produktbereichen Masthähnchen und Puten fanden seit Einführung 210 Erst- und bisher rund 240 Folgezertifizierungen statt. 3 Betriebe bestanden die externen Kontrollen nicht und konnten somit nicht in das Programm aufgenommen werden.

Im Produktbereich Eier wurden bisher 71 Kontrollen zur Erstzertifizierung (davon 64 mit und 7 ohne Erfolg), 41 erfolgreiche Kontrollen im Rahmen von Folgezertifizierungen sowie 716 Stichproben bzw. Produktanalysen durchgeführt.

Im Produktbereich Milch und Erzeugnisse auf Milchbasis wurden rund 290 Erstzertifizierungen absolviert. Im Produktbereich Honig wurden bisher 9 Erstzertifizierungen und 8 Folgezertifizierungen abgeschlossen.

In den pflanzlichen Produktbereichen Brotgetreide, Speisekartoffeln, Gemüse einschließlich Salate, Rapsspeiseöl, Kern- Steinobst wurden auf Erzeugerstufe insgesamt 1.800 Kontrollen im Rahmen von Erstzertifizierungen durchgeführt, wobei 9 Betriebe (0,5 %) aufgrund der schlechten Kontrollergebnisse nicht für die Programmteilnahme zugelassen werden konnten.
Inzwischen wurden im pflanzlichen Bereich über 2.500 Kontrollen im Rahmen von Folgezertifizierungen durchgeführt, wobei 16 Betriebe aus dem Programm ausgeschlossen werden mussten bzw. erst nach Behebung der Mängel wieder zu gelassen werden konnten.

Insgesamt wurden von den rund 107.000 Erst- und Folgekontrollen der Zertifizierungsstellen auf Erzeugerebene 104.000 erfolgreich absolviert. Seit Programmbeginn im Jahr 2002 mussten somit ca. 3.000 (2,8 %) der Erzeugerbetriebe aufgrund des Misserfolgs bei Kontrollen die Zulassung zu GQ-Bayern verweigert oder aus dem Programm ausgeschlossen werden. Des Weiteren wurden Stichprobenkontrollen und kostenpflichtige Nachkontrollen durchgeführt, Auditintervalle verkürzt und zusätzlich angeforderte Dokumentationen überprüft.

Kontrollzahlen bei Zeichennutzern

Seit Programmbeginn (bis Ende 2014) wurden im pflanzlichen (Gemüse einschließlich Salate, Feinsauere Delikatessen, Speisekartoffeln, Mehl/Mahlerzeugnisse, Brot und Kleingebäck) sowie im tierischen Bereich (Rindfleisch,Schweinefleisch, Masthähnchen, Milch/Milcherzeugnisse, Eier, Honig) insgesamt 330 Zeichennutzer, d.h. Unternehmen der Be- und Verarbeitung (z.B. Schlacht- und Zerlegebetriebe, Abpackbetriebe, Mühlen, Handel, Direktvermarkter etc.) für Erstzertifizierungen kontrolliert.

Im Rahmen der Folgezertifizierungen wurden bei diesen Unternehmen inzwischen über 700 Kontrollen durchgeführt.

Sechs Betriebe bestanden 2014 die externe Kontrolle im Rahmen der Erstzertifizierung nicht und konnten somit nicht für das Programm zugelassen werden.

Neben monetären Vertragsstrafen wurden verschiedene Zeichennutzer verpflichtet, Aktions- bzw. Korrekturpläne zur Beseitigung von Mängeln zu erstellen und entsprechend festgelegte Maßnahmen umzusetzen.

Kontrollzahlen der LfL im Rahmen der Systemkontrolle

Seit dem Jahr 2005 führt die Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte (IEM) die staatliche Systemaufsicht bei Geprüfte Qualität – Bayern im Auftrag des Zeichenträgers (Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) durch.

Auf der einen Seite wird dabei die Herkunft von GQ-Produkten von der LfL als Systemkontrolle durch stufenübergreifende Mengenplausibilisierungen überprüft. In Einzelfällen werden zur Überprüfung der bayerischen Herkunft von der LfL Isotopenanalysen durch spezialisierte Labore beauftragt. Seit 2011 wurden 45 solcher Isotopenanalysen veranlasst.

Auf der anderen Seite werden im Rahmen dieser Tätigkeit laufend Auditoren bei den Betriebskontrollen begleitet. Die Erkenntnisse aus den Auditbegleitungen erlauben die Beurteilung und den Vergleich der Arbeit der Zertifizierungsstellen und der Zertifizierungsergebnisse.

Bis Ende 2015 wurden Auditoren bei 238 Audits – davon 187 bei Erzeugerbetrieben und 51 bei Zeichennutzern – begleitet.

151 der 239 Auditbegleitungen fanden analog zur Verteilung der Teilnehmerzahlen im Haupt-Produktbereich Rinder und Rindfleisch statt. Acht wurden im Bereich Schweine und Schweinefleisch, elf im Bereich Milch und drei bei Eiern durchgeführt. In den Bereichen Gemüse einschl. Salate bzw. Feinsauere Delikatessen wurden 24 Auditbegleitungen absolviert, im Bereich Kern- und Steinobst eine. Außerdem wurden 14 Kontrollen bei Speisekartoffeln, eine bei Bier, sechs im Bereich Brotgetreide und fünf im Bereich Mehl/Mahlerzeugnisse, acht bei Brot/Kleingebäck sowie vier Audits im Großhandel bzw. im Lebensmitteleinzelhandel begleitet.

 

Das IEM führte neben den regelmäßigen Auditbegleitungen bei teilnehmenden Erzeugerbetrieben oder zeichennutzenden Unternehmen auch unangekündigte Kontrollen durch. Diese Kontrollen konzentrierten sich auf spezielle Fragestellungen, wie z.B. die Gewährleistung der bayerischen Herkunft oder die Überprüfung der Rückverfolgbarkeit von Produktchargen.
Zur Überprüfung der Verfahrensabläufe im Gesamtsystem und für Plausibilitätskontrollen sichtete die LfL zahlreiche Dokumente und Unterlagen aller wichtigen Zeichennutzer.

Die LfL führte zudem in den letzten Jahren kontinuierlich Zeichennutzungskontrollen im Lebensmitteleinzelhandel hinsichtlich der Kennzeichnung der Ware und der Auslobung mit dem GQ-Bayern-Logo durch.
Die im Rahmen von GQ-Bayern aktiven Lizenznehmer mit allen entsprechenden Zertifizierungsstellen werden jährlich ganztägigen Systemprüfungen durch die LfL unterzogen.

Lebensmitteluntersuchungen

Produktuntersuchungen
Alle nach Geprüfte Qualität – Bayern hergestellten und ausgelobten Lebensmittel werden in anerkannten und akkreditierten Laboratorien auf ihre Unbedenklichkeit untersucht. Abhängig vom Produktbereich werden die Lebensmittel auf unterschiedliche gefährliche Inhaltsstoffe und Substanzen hin überprüft.

Für Rindfleisch werden beispielsweise Untersuchungen auf Arzneimittel- bzw. Antibiotika-Rückstände, Leistungsförderer, Hormone, PCBs, Dioxine, Schwermetalle etc. durchgeführt. In der Zeit von 2005 bis Ende 2015 wurden insgesamt 6.420 (2015: 597) Rindfleisch-Gewebeanalysen veranlasst.
Bei sämtlichen Produkten aus dem pflanzlichen Bereich werden stichprobenhaft Pflanzenschutzmittel-Rückstandsanalysen im Rahmen von Rückstands-Monitoring-Programmen (u.a. des Landeskuratoriums für Pflanzliche Erzeugung in Bayern e. V.) durchgeführt. Brotgetreide wird zusätzlich auf Schwermetall-Belastungen und auf DON-Gehalte (=Mykotoxin) analysiert.

Eier werden auf Salmonellenbefall untersucht. Daneben umfasst das Untersuchungsspektrum auch Arzneimittelrückstände, Eiklarheit und Luftkammerhöhe der Eier. In der Programmlaufzeit (2006 – 2015) wurden bisher 1.400 (2015: 492) Untersuchungen auf Salmonellenbefall (davon 619 im Geflügelkot und 814 bei Eiern), 681 (2015:238) auf Arzneimittelrückstände und 630 (2015: 194) auf die Beschaffenheit der Eier (Eiklarheit, Luftkammerhöhe) veranlasst.

In einem Fall konnte ein Salmonellenbefall im Kot, in zwei Fällen im Ei  festgestellt werden, darüber hinaus wurden in 55 weiteren Fällen Mängel bzgl. der Eiklarheit ermittelt.

In den Analysen der GQ-Bayern-Produkte konnten bisher keine bemerkenswerten Mengen an gefährlichen Stoffen und Substanzen festgestellt werden. Jegliches untersuchtes Lebensmittel war bzgl. dieser Substanzen einwandfrei, so dass aufgrund möglicher Höchstmengenüberschreitungen o.ä. keine Konsequenzen gezogen werden mussten. Dies macht deutlich, dass an GQ-Bayern teilnehmende Betriebe bislang streng die Programmvorgaben einhalten und konsequent die Grundsätze der guten fachlichen Praxis berücksichtigen.

Herkunftsuntersuchungen
Die Herkunft und die stufenübergreifende Rückverfolgbarkeit müssen alle Beteiligten durch entsprechende eigenverantwortliche Dokumentationen, Kennzeichnungen und Etikettierungen nachweisen. Dies wird in den regelmäßigen Betriebsaudits überprüft. Zusätzlich überprüft die LfL im Rahmen der Systemkontrolle die Herkunft von GQ-Produkten stichprobenweise durch stufenübergreifende Mengenplausibilisierungen. Für tierische Produkte kann zusätzlich auf die umfangreichen staatlichen Etikettierungs- und Rückverfolgbarkeitsvorschriften zurückgegriffen werden. Für pflanzliche Produkte werden neben Mengenpausibilisierungen in Stichproben und Verdachtsfällen Isotopenanalysen durchgeführt. Hierfür werden von spezialisierten Laboren die Produkte auf die Gehalte an Isotopen von Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel untersucht. Anhand der spezifischen Isotopenstruktur eines Lebensmittel kann es einer bestimmten Region zugeordnet werden. Nachdem im Rahmen von „Geprüfte Qualität – Bayern“ jedes Produkt sogar bis zum Betrieb und ggf. bis zum einzelnen Feld, Gewächshaus oder der Produktionsstätte rückverfolgbar sein muss, können die Handelsproben mit sehr kleinräumigen Referenzproben verglichen und der bayerischen Herkunft zugeordnet werden. 2015 wurden insgesamt 5 Isotopenanalysen durchgeführt.

Futtermitteluntersuchungen

Im Zuge der Kontrollen am landwirtschaftlichen Betrieb werden Futtermittelproben entnommen und in akkreditierten Laboren gemäß einem Analyseplan auf unerwünschte Rückstände untersucht. Allein in den Jahren 2004 bis Ende 2015 wurden im Rahmen von GQ-Bayern knapp 80.000 Futtermittelanalysen auf einzelne unerwünschte und verbotene Substanzen durchgeführt.

2004-201320142015Summe
Antibiotika21.424 1.9641.42424.812
Dioxin  3.700   415   305  4.420
Mykotoxin Aflatoxin B18566769.038
Mykotoxin DON  7.506
Mykotoxin ZEA
PCB  8.373   882   563  9.818
Salmonellen  6.723   941  1012  8.676
Schwermetalle  5.953   557   492  7.002
Tierische Bestandteile 13.1801.379   95815.517
PSM- Rückstände        48     62     79     189
Summe 66.8677.0565.66379.596

Ergebnisse:

6 nicht bestätigte Verdachtsfälle bei Hemmstoff (Ursache: Eigenmischung mit kupferhaltigem Mineralfutter)
Ein nicht bestätigter Anfangsverdacht auf Salmonellen
Eine Fischmehlverschleppung in Mineralfutter
Eine Grenzwertüberschreitung bei Dioxin im betriebseigenen Getreide eines Nebenerwerbsbetriebes. Die amtlichen Nachuntersuchungen bestätigten zwar Rückstände in Höhe des “vorsorgenden” Auslösewertes, jedoch keine Grenzwertüberschreitungen im Futtermittel oder in der Milch. Durch die Untersuchungen der zuständigen Fachbehörden konnten bewusste oder kontinuierliche Eintragsquellen ausgeschlossen werden.
Verbraucherschutzgefährdende Werte konnten in keiner Probe nachgewiesen werden.

Zusätzliche Informationen: “Sichere Futtermittel in Bayern” – Auszug aus Schule und Beratung (Heft 3-4/10)

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forste