Zahlen und Ergebnisse zum Kontrollsystem

GQ-Bayern

Alle Teilnehmer am Programm “Geprüfte Qualität-Bayern”, also Landwirte/Gärtner, sowie Hersteller, Abpacker und Händler von Lebensmitteln werden in regelmäßigen Abständen hinsichtlich der Einhaltung der Programmvorgaben kontrolliert. Wie die Ergebnisse dieser externen Kontrollen ausgefallen sind, können Sie hier nachlesen.

Seit dem Programmstart im Jahre 2002 bis Ende 2019 wurden über 133.000 Erst- und Folgekontrollen auf Erzeugerbetrieben durchgeführt, bei Unternehmen der Be- und Verarbeitung (z.B. Abpackbetriebe, Mühlen, Handel, Direktvermarkter) waren es über 3.800 Kontrollen.
Des Weiteren gab es bisher rund 16.500 untersuchte Proben bei Lebensmitteln und knapp 104.000 untersuchte Proben bei Futtermitteln.

Kontrollzahlen auf Erzeugerstufe

Seit dem Programmstart im Jahr 2002 bis Ende 2019 wurden auf rund 36.000 Erzeugerbetrieben über 132.000 externe Kontrollen zur Zertifizierung nach Geprüfte Qualität – Bayern von unabhängigen Zertifizierungsstellen durchgeführt.

Die meisten Kontrollen erfolgten im Produktbereich Rinder und Rindfleisch, über 29.800 Erzeugerbetriebe wurden bislang hier für Erstzertifizierungen kontrolliert. Bei 28.100 landwirtschaftlichen Betrieben (94,3 %) verliefen diese Erstkontrollen ohne systemrelevante Beanstandungen, so dass diese Betriebe als GQ-Bayern-Lieferanten zertifiziert werden konnten. 1.690 Betriebe (5,7 %) bestanden die externen Kontrollen nicht und wurden aus dem Programm ausgeschlossen oder schieden freiwillig aus.
Im Rahmen der Folgezertifizierungen wurden inzwischen knapp 84.700 rinderhaltende Betriebe überprüft, davon 82.800 (97,7 %) ohne systembedingte Beanstandungen. In den Folgezertifizierungen wurden 1.860 Betriebe nicht mehr zugelassen. Aufgrund der zusätzlichen 3.160 Stichprobenkontrollen wurden 104 Betriebe aus dem Programm ausgeschlossen bzw. erst nach Behebung der Mängel wieder zu gelassen.
Gründe für Beanstandungen, die zu Nachbesserungen bzw. dem Programmausschluss führten, waren im Wesentlichen das Fehlen obligatorischer Dokumente, die Ausbringung von Klärschlamm, die mangelhafte Kennzeichnung der Tiere oder Verstöße gegen geltende Tierschutzvorschriften.

Im Produktbereich Schweine und Schweinefleisch wurden bisher 2.850 Erstzertifizierungen ohne Beanstandung durchgeführt. 43 Betriebe (1,5 %) bestanden die externen Kontrollen nicht und wurden aus dem Programm ausgeschlossen.
Im Rahmen einer „Einstiegsregelung“ werden die speziellen Anforderungen von Geprüfte Qualität – Bayern in Kombination und folglich im Rhythmus mit dem Prüsystem der QS GmbH kontrolliert und zertifiziert. Dies verringert die Kosten und den Aufwand für die beteiligten Landwirte. Alle Schweinemasterzeuger, die an der Einstiegsregelung teilnehmen wollen, müssen aber bereits für das QS Prüfsystem zertifiziert sein, zusätzliche Eigenkontroll-Checklisten sowie entsprechende Teilnahme- und Verpflichtungserklärungen vorlegen.

In den Geflügel-Produktbereichen Masthähnchen und Puten fanden seit Einführung 250 Erst- und bisher rund 960 Folgezertifizierungen statt. 6 Betriebe bestanden die externen Kontrollen nicht und konnten somit nicht in das Programm aufgenommen werden.

Im Produktbereich Lämmer und Lammfleisch und Gehegewild und Fleisch aus Gehegewild wurden 28 Erstzertifizierungen sowie 7 Folgezertifizierungen und 2 Stichprobenaudits durchgeführt.

Im Produktbereich Eier wurden bisher 111 Kontrollen zur Erstzertifizierung (davon 102  mit und 9 ohne Erfolg), 134 erfolgreiche Kontrollen im Rahmen von Folgezertifizierungen sowie 1.024 Stichproben bzw. Produktanalysen durchgeführt.

Im Produktbereich Milch und Erzeugnisse auf Milchbasis wurden rund 550 Erstzertifizierungen absolviert und knapp 900 Folgezertifizierungen. Im Produktbereich Honig wurden bisher 9 Erstzertifizierungen und 15 Folgezertifizierungen abgeschlossen.

In den pflanzlichen Produktbereichen Brotgetreide, Speisekartoffeln, Gemüse einschließlich Salate, Rapsspeiseöl, Obst, Senfkörner und Christbäume wurden auf Erzeugerstufe insgesamt 2.180 Kontrollen im Rahmen von Erstzertifizierungen durchgeführt, wobei 9 Betriebe (0,4 %) aufgrund der schlechten Kontrollergebnisse nicht für die Programmteilnahme zugelassen werden konnten.
Inzwischen wurden im pflanzlichen Bereich über 5.590 Kontrollen im Rahmen von Folgezertifizierungen durchgeführt, wobei 35 Betriebe aus dem Programm ausgeschlossen werden mussten bzw. erst nach Behebung der Mängel wieder zu gelassen werden konnten.

Insgesamt wurden von den rund 132.300 Erst- und Folgekontrollen der Zertifizierungsstellen auf Erzeugerebene 128.600 erfolgreich absolviert. Seit Programmbeginn im Jahr 2002 mussten somit ca. 3.700 (2,8 %) der Erzeugerbetriebe aufgrund des Misserfolgs bei Kontrollen die Zulassung zu GQ-Bayern verweigert oder aus dem Programm ausgeschlossen werden. Des Weiteren wurden Stichprobenkontrollen und kostenpflichtige Nachkontrollen durchgeführt, Auditintervalle verkürzt und zusätzlich angeforderte Dokumentationen überprüft.

Kontrollzahlen bei Zeichennutzern

Seit Programmbeginn (bis Ende 2019) wurden im pflanzlichen (Gemüse einschließlich Salate, Feinsauere Delikatessen, Speisekartoffeln, Mehl/Mahlerzeugnisse, Brot und Kleingebäck, Teigwaren, Rapsspeiseöl, Obst, Senfkörner, Wein und Sekt, Christbäume) sowie im tierischen Bereich (Rindfleisch, Schweinefleisch, Masthähnchenfleisch, Putenfleisch, Lammfleisch, Fleisch aus Gehegewild, Milch/Milcherzeugnisse, Eier, Honig) insgesamt 720 Zeichennutzer, d.h. Unternehmen der Be- und Verarbeitung (z.B. Schlacht- und Zerlegebetriebe, Abpackbetriebe, Mühlen, Handel, Direktvermarkter etc.) für Erstzertifizierungen kontrolliert.

Im Rahmen der Folgezertifizierungen wurden bei diesen Unternehmen inzwischen über 3.900 Kontrollen durchgeführt.

Ein Betrieb bestand 2019 die externe Kontrolle im Rahmen der Erstzertifizierung nicht und konnte somit nicht für das Programm zugelassen werden.

Neben monetären Vertragsstrafen wurden verschiedene Zeichennutzer verpflichtet, Aktions- bzw. Korrekturpläne zur Beseitigung von Mängeln zu erstellen und entsprechend festgelegte Maßnahmen umzusetzen.

Kontrollzahlen der LfL im Rahmen der Systemkontrolle

Seit dem Jahr 2005 führt die Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte (IEM) die staatliche Systemaufsicht bei Geprüfte Qualität – Bayern im Auftrag des Zeichenträgers (Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) durch.

Auf der einen Seite wird dabei die Herkunft von GQ-Produkten von der LfL als Systemkontrolle durch stufenübergreifende Mengenplausibilisierungen überprüft. In Einzelfällen werden zur Überprüfung der bayerischen Herkunft von der LfL Isotopenanalysen durch spezialisierte Labore beauftragt. Seit 2011 wurden 67 solcher Isotopenanalysen veranlasst.

Auf der anderen Seite werden im Rahmen dieser Tätigkeit laufend Auditoren bei den Betriebskontrollen begleitet. Die Erkenntnisse aus den Auditbegleitungen erlauben die Beurteilung und den Vergleich der Arbeit der Zertifizierungsstellen und der Zertifizierungsergebnisse.

Bis Ende 2019 wurden Auditoren bei 258 Audits – davon 195 bei Erzeugerbetrieben und 63 bei Zeichennutzern – begleitet.

168 der 258 Auditbegleitungen fanden analog zur Verteilung der Teilnehmerzahlen im Haupt-Produktbereich Rinder und Rindfleisch statt. Zehn wurden im Bereich Schweine und Schweinefleisch, elf im Bereich Milch und drei bei Eiern durchgeführt. In den Bereichen Gemüse einschl. Salate bzw. Feinsauere Delikatessen wurden 27 Auditbegleitungen absolviert, im Bereich Obst zwei. Außerdem wurden 15 Kontrollen bei Speisekartoffeln, eine bei Bier, sechs im Bereich Brotgetreide und sechs im Bereich Mehl/Mahlerzeugnisse, 13 bei Brot/Kleingebäck sowie 9 Audits im Großhandel bzw. im Lebensmitteleinzelhandel begleitet.

 

Das IEM führte neben den regelmäßigen Auditbegleitungen bei teilnehmenden Erzeugerbetrieben oder zeichennutzenden Unternehmen auch unangekündigte Kontrollen durch. Diese Kontrollen konzentrierten sich auf spezielle Fragestellungen, wie z.B. die Gewährleistung der bayerischen Herkunft oder die Überprüfung der Rückverfolgbarkeit von Produktchargen.
Zur Überprüfung der Verfahrensabläufe im Gesamtsystem und für Plausibilitätskontrollen sichtete die LfL zahlreiche Dokumente und Unterlagen aller wichtigen Zeichennutzer.

Die LfL führte zudem in den letzten Jahren kontinuierlich Zeichennutzungskontrollen im Lebensmitteleinzelhandel hinsichtlich der Kennzeichnung der Ware und der Auslobung mit dem GQ-Bayern-Logo durch.
Die im Rahmen von GQ-Bayern aktiven Lizenznehmer mit allen entsprechenden Zertifizierungsstellen werden jährlich ganztägigen Systemprüfungen durch die LfL unterzogen.

Lebensmitteluntersuchungen

Produktuntersuchungen

Alle nach Geprüfte Qualität – Bayern hergestellten und ausgelobten Lebensmittel werden in anerkannten und akkreditierten Laboratorien auf ihre Unbedenklichkeit untersucht. Abhängig vom Produktbereich werden die Lebensmittel auf unterschiedliche gefährliche Inhaltsstoffe und Substanzen hin überprüft.

Für Rindfleisch werden beispielsweise Untersuchungen auf Arzneimittel- bzw. Antibiotika-Rückstände, Leistungsförderer, Hormone, PCBs, Dioxine, Schwermetalle etc. durchgeführt. In der Zeit von 2005 bis Ende 2019 wurden insgesamt 8.650 (2019: 540) Rindfleisch-Gewebeanalysen veranlasst.
Bei sämtlichen Produkten aus dem pflanzlichen Bereich werden stichprobenhaft Pflanzenschutzmittel-Rückstandsanalysen im Rahmen von Rückstands-Monitoring-Programmen (u.a. des Landeskuratoriums für Pflanzliche Erzeugung in Bayern e. V.) durchgeführt. Brotgetreide wird zusätzlich auf Schwermetall-Belastungen und auf DON-Gehalte (=Mykotoxin) analysiert.

Eier werden auf Salmonellenbefall untersucht. Daneben umfasst das Untersuchungsspektrum auch Arzneimittelrückstände, Eiklarheit und Luftkammerhöhe der Eier. In der Programmlaufzeit (2006 – 2019) wurden bisher 6.630 (2019: 660) Untersuchungen auf Salmonellenbefall (davon 1.517 im Geflügelkot und 1.950 bei Eiern), 1.950 (2019:310) auf Arzneimittelrückstände und 1.460 (2019: 260) auf die Beschaffenheit der Eier (Eiklarheit, Luftkammerhöhe) veranlasst.

In drei Fällen konnte ein Salmonellenbefall im Kot, in 4 Fällen im Ei  festgestellt werden, darüber hinaus wurden in 107 weiteren Fällen Mängel bzgl. der Eiklarheit ermittelt.

In den Analysen der GQ-Bayern-Produkte konnten bisher keine bemerkenswerten Mengen an gefährlichen Stoffen und Substanzen festgestellt werden. Jegliches untersuchtes Lebensmittel war bzgl. dieser Substanzen einwandfrei, so dass aufgrund möglicher Höchstmengenüberschreitungen o.ä. keine Konsequenzen gezogen werden mussten. Dies macht deutlich, dass an GQ-Bayern teilnehmende Betriebe bislang streng die Programmvorgaben einhalten und konsequent die Grundsätze der guten fachlichen Praxis berücksichtigen.

Herkunftsuntersuchungen

Die Herkunft und die stufenübergreifende Rückverfolgbarkeit müssen alle Beteiligten durch entsprechende eigenverantwortliche Dokumentationen, Kennzeichnungen und Etikettierungen nachweisen. Dies wird in den regelmäßigen Betriebsaudits überprüft. Zusätzlich überprüft die LfL im Rahmen der Systemkontrolle die Herkunft von GQ-Produkten stichprobenweise durch stufenübergreifende Mengenplausibilisierungen. Für tierische Produkte kann zusätzlich auf die umfangreichen staatlichen Etikettierungs- und Rückverfolgbarkeitsvorschriften zurückgegriffen werden. Für pflanzliche Produkte werden neben Mengenplausibilisierungen in Stichproben und Verdachtsfällen Isotopenanalysen durchgeführt. Hierfür werden von spezialisierten Laboren die Produkte auf die Gehalte an Isotopen von Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel untersucht. Anhand der spezifischen Isotopenstruktur eines Lebensmittel kann es einer bestimmten Region zugeordnet werden. Nachdem im Rahmen von „Geprüfte Qualität – Bayern“ jedes Produkt sogar bis zum Betrieb und ggf. bis zum einzelnen Feld, Gewächshaus oder der Produktionsstätte rückverfolgbar sein muss, können die Handelsproben mit sehr kleinräumigen Referenzproben verglichen und der bayerischen Herkunft zugeordnet werden. 2019 wurden insgesamt 67 Isotopenanalysen durchgeführt.

Futtermitteluntersuchungen

Im Zuge der Kontrollen am landwirtschaftlichen Betrieb werden Futtermittelproben entnommen und in akkreditierten Laboren gemäß einem Analyseplan auf unerwünschte Rückstände untersucht. Allein in den Jahren 2004 bis Ende 2019 wurden im Rahmen von GQ-Bayern knapp 104.000 Futtermittelanalysen auf einzelne unerwünschte und verbotene Substanzen durchgeführt.

 

2018 2019 2004-2019
Antibiotika 1284 1.606 31.515
Dioxin 244 280 5.737
Mykotoxin Aflatoxin B1 92 113 8.202
Mykotoxin DON 240 300 1.874
Mykotoxin ZEA 239 297 1.836
PCB 521 638   12.579
Salmonellen 749 795 12.040
Schwermetalle 352 445 8.917
Tierische Bestandteile 912 1.127 20.125
PSM- Rückstände 74 66 468
Sonstige 127 91 643
Summe 4.829 5.743 103.866

Zusätzliche Informationen: “Sichere Futtermittel in Bayern” – Auszug aus Schule und Beratung (Heft 3-4/10)